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Der richtige Griff zum Bogenschießen: Mediterran, Apache oder Mongolisch

Jeder Einsteiger in die Welt des Bogenschießens sollte zuerst ohne Hilfsmittel beim Lösen der Sehne üben. Das bedeutet: Kein Fingertab und auch kein Release. Deshalb gehört es zu den Grundlagen die verschiedenen Grifftechniken zu kennen und sie auszuprobieren. Beim traditionellen Bogenschießen gibt es insgesamt 3 verschiedene Griff-Arten, von denen jeder einmal gehört haben sollte. Und diese wollen wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

Mediterran:

Diese Grifftechnik fürs Bogenschießen ist bei uns am weitesten verbreitet und spricht unsere Instinkte wahrscheinlich am ehesten an: Wie bei allen anderen Haltegriffen auch, werden Zeige-, Mittel- und Ringfinger verwendet.

Er ist sehr einfach zu lernen: Der Zeigefinger kommt über den Pfeil, die anderen beiden darunter. Der Nockpunkt liegt also genau dazwischen. Die Sehne wird in den vordersten Fingergliedern gehalten. Bei dieser Methode kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Achten Sie darauf, dass der Pfeil locker zwischen den Fingern liegt. Bei einer gut sitzenden Nocke geht das in der Regel etwas einfacher. Wichtig ist noch: Die Sehen wird gelöst, indem Sie die Finger schlagartig nach vorn ausstrecken. Ein typischer Anfängerfehler ist es, dass die Sehne Zur Seite hin geschnipst wird, als wenn man eine Gitarrensaite anschlägt. Dabei wird die Bogensehne unnötig in Schwingung versetzt und der Pfeil wird abgelenkt. Geankert wird wahlweise am Kinn, am Mund oder der Wange.

Der Apachengriff

Die Bezeichnung Apachengriff lässt schon darauf schließen, dass die amerikanischen Ureinwohner mit dieser Methode geschossen haben. Der Begriff ist vielen Bogenschützen zwar immer noch geläufig, heute spricht man aber eher vom sogenannten Unteranker.

Diese Grifftechnik ist schon etwas schwieriger zu beherrschen. Alle drei Finger werden unter die Nocke gelegt. Dies ermöglicht eine ganz andere Art zu zielen, da der Pfeil viel näher ans Auge gelegt werden kann. Der Abschusswinkel ist also anders. Aus dieser Perspektive kann das Ziel direkt über der Pfeilspitze anvisiert werden. Der Unteranker wird hauptsächlich bei professionellen Turnieren und fortgeschrittenen Schützen eingesetzt.

Mongolischer Griff

Diese Variante des Sehnengriffs dürfte für viele als sehr gewöhnungsbedürftig empfunden werden: Denn hier wird nur mit dem Daumen gehalten. Bei den anderen vorgestellten Methoden wurde die Kraft der Sehne auf drei Finger verteilt – bei der mongolischen Methode liegt sie konzentriert auf einem Punkt. Es erfordert also eine Menge Geschick und Können.

Natürlich gibt es auch hier einen unschlagbaren Vorteil: Der Pfeil wird direkt am Ohr geankert, was eine größere Auszugslänge ermöglicht. Man verwendet zum Halten der Sehne die Furche im vorderen Daumenglied. Außerdem kann beim mongolischen Haltegriff kein Schießhandschuh oder ein Fingertab verwendet werden. Stattdessen greift man auf einen Daumenring zurück. Dieser dient der Stabilisierung und dem Schutz. Zum Lösen muss einfach nur der Daumen nach vorn gestreckt werden. Ein seitliches Verreißen ist kaum möglich.

Es wird vermutet, dass dieser Griff historisch gesehen vor allem beim Angriff zu Pferde von Vorteil war. Er ist einerseits relativ stabil und der Reiter hat trotzdem freie Sicht auf das Gelände vor ihm. Weiterhin erhöht eine größere Auszugslänge die Reichweite des Bogens, was bei den damals verwendeten Kompositbögen ein unschlagbarer Vorteil war.

Literaturempfehlungen

Probieren Sie alle drei Grifftechniken beim Bogenschießen aus. Nach einer Weile werden Sie feststellen, welche ihnen am besten liegt. Weitere Informationen zu Grifftechniken und den Grundlagen des Bogenschießens finden Sie in diesen ausgewählten Amazon Topseller Lehrbüchern:

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* Letzte Aktualisierung am 19.09.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API